Die Kneippsche Lehre, Fußball und Sport allgemein passen gut zusammen
Das Benefiz-Fußballspiel zur Eröffnung der Kneippiade 2027 findet am Mittwoch, den 9. Juni 2027 im Waldstadion statt und verbindet Sport und Gesundheit mit sozialem Engagement. Ziel ist es, Spenden für das in Zukunft geplante stationäre Hospiz in der Wetterau zu sammeln und durch die große Aufmerksamkeit des Events wichtige gesellschaftliche Unterstützung zu mobilisieren. Dass dieses Benefizspiel zugunsten der Hospizarbeit stattfindet, ist eng mit der Philosophie der Veranstaltung verknüpft. Die Kneippsche Lehre beschränkt sich nicht nur auf körperliche Gesundheit, sondern umfasst auch die „Lebensordnung“ – also den bewussten Umgang mit dem Leben, Gemeinschaftssinn und Fürsorge für Mitmenschen.
Zur Kneippiade im Juni (10. bis 13. Juni 2027) werden Gäste, Gesundheitsbegeisterte und Vertreter aus der ganzen Welt im Kneippheilbad Bad Nauheim erwartet. Diese große Reichweite soll genutzt werden, um auf die wichtige Arbeit der Hospizbewegung aufmerksam zu machen und finanzielle Mittel für das ortsansässige Projekt zu generieren. Mit diesem Fußball-Benefizspiel wird das Kneippsche Prinzip der „Bewegung“ perfekt mit einem unterhaltsamen Event verknüpft –das Fußballspiel als eine ideale Bühne, um ein breites Publikum auch für die Naturheilkunde zu begeistern.
Die Kneippsche Naturheilkunde, der Fußball sowie der Sport allgemein haben schon seit ihrem Ursprung im 19.
Jahrhundert Schnittstellen. Pfarrer Sebastian Kneipp wirkte als Heilkundiger seit 1855 in Bad Wörishofen und erlangte weltweiten Ruhm. Er entwickelte eine Naturheilkunde, die auf Wasser, Bewegung, Kräutern, einem aktiven Lebensstil und gesunder Ernährung basiert.
Der Fußball kam 1874 nach Deutschland. Es war der fortschrittliche Braunschweiger Gymnasiallehrer Konrad Koch, der das Spiel nach Deutschland brachte. Kneipp im Jahr 1874, damals Anfang 50, kannte höchstwahrscheinlich dieses Spiel mit dem Ball nicht. In seinen jungen Jahren war es das Turnen, das hoch im Kurs als Körperertüchtigung stand. In seinen Schriften und Vorträgen betonte er aber immer die Wichtigkeit ausreichender körperlicher Betätigung an der frischen Luft, einer einfachen und natürlichen
Kost und mahnte eine geordnete Lebensführung an. Der Fußball lebt zwar von seinem Wettkampfgedanken, als Mannschaftssportart an der frischen Luft ist er aber auch gesundheitsförderlich, da er ein optimales Wechselspiel zwischen Spannung und Entspannung ist und mit seinen komplexen Bewegungen dafür sorgt, dass sich die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert. Auch auf den Blutdruck, die Herzfrequenz und das Körpergewicht wirkt er sich positiv aus, und er trägt zum Ausgleich vom grauen Arbeitsalltags und zum Stressabbau bei – also zur Balance von Körper, Geist und Seele.
Wie die Kneipp Naturheilkunde, so startete auch der Fußballsport Ende des 19. Jahrhunderts mit seinem Siegeszug rund um die Welt. Zwischen 1890 bis 1910 entwickelte sich der Fußball, den wir bis heute kennen.
Die Kneipp-Bewegung hat sich, wie auch der Fußball, stets weiterentwickelt, weil das Gesundheitsbewusstsein, das soziale Miteinander und die ökologische Verantwortung wichtiger denn je für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft sind. Leben im Einklang mit der Natur, Nachhaltigkeit und Achtsamkeit sind Grundprinzipien, die nahezu täglich relevanter werden. Mit heute über 160.000 Mitgliedern in ca. 500 bis 600 Kneipp-Vereinen sowie in den ca. 700 vom Kneipp-Bund zertifizierten Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen in Deutschland wird die Kneippsche Philosophie weiter genutzt, verbreitet und bewahrt.
Von der Naturheilkunde Sebastian Kneipps profitierten die Fußballspieler und auch alle anderen Sportler schon immer, ohne das sie es wußten. Medizinische Abteilungen oder Physiotherapeuten gab es in den Anfängen des Sports in Vereinen und bei Veranstaltungen noch nicht, so dass Verletzungen meistens in Selbsthilfe mit Hausmitteln behandelt wurden. Schwellungen (wie Ödeme) behandelte man vorrangig mit kalten Wasseranwendungen (Kälte stimuliert die Gefäße und fördert den Rückfluss) und Entzündungen rückte man mit kühlenden Wickeln zu Leibe. Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, bekämpfte man im ersten Stadium mit Kälte, Heilpflanzen und konsequenter Ruhe. Bei Muskelverkrampfungen wendeten und wenden die Sportler heute noch warme Wasserwickel an, sie fördern die Durchblutung und den Lymphabfluss. Dadurch können Muskeln und verkrampftes Gewebe entspannen. Alles Anwendungen mit Wasser, die Kneipp propagierte. Auch die Kneippsche Lebensordnung lässt sich im Fußball als ganzheitlicher Leitfaden für Regeneration, mentale Stärke und einen ausgewogenen Lebensstil der Spieler anwenden. Sie fördert mit den Grundsätzen „Alles im rechten Maß“ und der Balance aus Anspannung und Entspannung die Leistungsfähigkeit und beugt Verletzungen vor.
Bei der Betrachtung von Kneipps Naturheilkunde und einem Benefizspiel zur Eröffnung der Kneippiade in Bad Nauheim schließt sich der Kreis, weil der Fußball (als Form der maßvollen Bewegung und des Teamgeists) perfekt die ganzheitlichen, präventiven Prinzipien der Kneippschen Lehre verkörpert und diese Traditionen im neuen Kneippheilbad an diesem Tag vor der Kneippiade 2027 vereint.

